Kälken gegen Wildverbiss (um 1930)

Das Reh- und Rotwild knabbert gerne an den Spitzen der jungen Fichtenpflanzen. Dadurch entwickeln diese einen Fehlwuchs. Um dies zu verhindern, gibt es mehrere Mittel: eine konsequente Bejagung der Tiere, eine Einzäunung der Jungpflanzen oder, auf größeren Flächen, das Kälken der Pflanzen.

Das Kälken findet am Ende des Herbstes statt – bei trockenem Wetter, da der Kalk trocknen muss. Früher wurden die Kalksäcke in einer großen Wanne entleert. Darin wurde der Kalk mit Wasser angerührt; manchmal wurde dabei zur Abschreckung durch Geruch Petroleum oder zur besseren Haftung Leinöl hinzugefügt. Diese Mischung wurde am nächsten Tag in Eimer verteilt und die Arbeiter trugen sie anhand einer Doppelbürste auf die Spitzen der Bäume auf. Bei dieser Arbeit ist obiges Foto entstanden: Vier mit Bürste und Eimer bewaffnete Arbeiter gehen die Pflanzen systematisch ab, hier im Beisein eines weiteren Arbeiters und des Försters Peter Schumacher (*1894, Forsthaus Tannheck). Letzterer war von 1920 bis 1934 im staatlichen Forstrevier Tannheck tätig.

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